Geschichte, Kultur und Mythos – die Burg Frankenstein hat so einiges zu bieten.

Die Burg Frankenstein ist nicht ohne Grund der Ort, an dem Deutschlands älteste Halloween Party seit über 40 Jahren stattfindet.

Die bekannte Burg steht auf einem 370 m hohen Ausläufer des Langenbergs und liegt südöstlich des Darmstädter Stadtteils Eberstadt auf der Gemarkung der Gemeinde Mühltal. Sie ist die nördlichste von einer Reihe von Burgen und Burgruinen am westlichen Rand des Odenwaldes und blickt auf die Rheinebene hinab. Umgeben von Mythen und alten Schauergeschichten werden hier jedes Jahr an Halloween Albträume wahr.

Viktor Frankenstein und sein selbst erschaffenes Monster – fast jeder hat sofort ein Bild vor Augen.

Wer das Buch nicht gelesen hat, kennt mindestens eine der Verfilmungen dieses Genreklassikers. Es gibt viele historische Hinweise, die dafür sprechen, dass der weltbekannte Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ von Mary Shelley tatsächlich seinen Ursprung auf der Burg Frankenstein hat.

Wie kamen Mary Shelley und Johann Konrad Dippel von Frankenstein zusammen? Eine unglaublich spannende Geschichte:
Als die berühmten deutschen Begründer der Philologie, Jacob und Wilhelm Grimm, im Beerbacher Tal am Fuße der Burg Frankenstein Märchen sammelten, kam ihnen eine Schauergeschichte zu Ohren. Sie handelte von dem Alchimisten, Theologen und Arzt Johann Konrad Dippel von Frankenstein.

Demnach hatte der Alchimist aus Leichenteilen und dem Blut von Jungfrauen sowie “geheimen Künsten” einen neuen Menschen erschaffen wollen. Dieser erschaffene Unhold öffnete an einem trüben nebligen Novembernachmittag seine tückischen gelben Augen, streckte Dippel mit einem Schlag nieder und floh in die Wälder.

Dort sitzt der einsame Unhold noch heute und versucht Kinder oder (vorzugsweise) Jungfrauen zu erwischen, mit denen er spielt und sie irgendwann auf Nimmerwiedersehen verschwinden lässt.

In einem Brief schrieb Jacob Grimm 1813 diese Schauergeschichte an die englische Übersetzerin der Märchen Mary Jane Clairmont: die Stiefmutter von Mary Shelley! Als diese 1814 auf dem Rhein reiste, besuchte sie auch die Burg Frankenstein. Zwei Jahre später schrieb Mary Shelly am Genfer See einen der faszinierendsten und aufregendsten Romane der englischen Literatur: “Frankenstein, der neue Prometheus” und erschuf die Basis für unzählige Schauergeschichten und diverse Verfilmungen, die heute noch Begeisterung und Angst auslösen.

Der Theologe, Arzt und Alchemist Johann Konrad Dippel von Burg Frankenstein.

Konrad Dippel allerdings wollte wohl nie wieder von der Burg verschwinden. Er kam 1673 dort zur Welt und kehrte immer dann zurück, wenn er anderenorts in Schwierigkeiten geraten war – und das kam nicht gerade selten vor.

Der abergläubischen Bevölkerung galt er als Hexenmeister, der mit dem Teufel einen Pakt geschlossen hatte, unmenschliche Versuche auf der Burg veranstaltete und somit Ursprung für Mary Shelly’s Roman war. Wie ein “international renommierter Geisterjäger” behauptet, spukt der Geist des Alchimisten noch heute auf dem Kirchhof von Nieder-Beerbach und stört die Ruhe der Toten.

Auf der Burg Frankenstein treibe er zwischen Kapelle und Pulverturm sein Unwesen – nicht nur an Halloween. Besonders in den “rauen Nächten” zwischen Weihnachten und dem 1. Januar sitzt er oft auf dem Kapellendach. Mit seinen dürren Knochen klappernd, suche er laut klagend nach dem verschütteten Zugang zu seinem Labor.

Die Burg Frankenstein hat schon einige Jahre auf dem Buckel.

Nachdem die Burg jahrtausendelang als Zuhause, Attraktion und als Inspiration für jegliche Schauergeschichten gedient hat, gilt sie heute als Ausflugsziel für viele Radfahrer und Wanderer. Das Panorama-Restaurant ist mit seiner Burgküche weit über Frankfurt hinaus bekannt und hat sich als beliebter Treffpunkt etabliert. Dinner-Events jeglicher Art und diverse Veranstaltungen finden ebenfalls in regelmäßigen Abständen auf der Burg statt und begeistern Besucher jeden Alters.

Weitere Infos rund um die Burg Frankenstein, den Mythos, das Panorama-Restaurant und die Veranstaltungen finden Sie auf der Website www.frankenstein-restaurant.de.

Und wer weiß? Nach diesen ganzen Vorgeschichten steckt vielleicht doch kein Mensch unter der schaurigen Maske …